Eveline Goodman-Thau: Vom Archiv zur Arche. Individuelle Religions-Analyse (IRA) der Moderne
Die westliche Moderne gewachsen aus Aufklärungs- und Säkularisierungsprozessen, ist einer der zentralsten Diskussionspunkte im gegenwärtigen Dialog zwischen den Kulturen. Die Spannung zwischen dem Drang nach Bewahrung der Tradition – durch die Kanonisierung des geistigen Erbes – und die damit zusammenhängende Institutionalisierung, hat ihre unauslöschbaren Spuren in der Moderne hinterlassen.
Das Judentum als erste monotheistische Religion im Abendland ist durch die Begegnung mit fremden Kulturen gekennzeichnet. In einem Prozess von Abgrenzung und Anpassung bildet sich allmählich eine Identität heraus, die sowohl Exklusivität, wie Inklusivität, Partikularismus und Universalismus nicht nur für die Religionsgemeinschaft, sondern für den Einzelnen erlaubt. Trotz aller Brüche und vielen Verschmelzungen ist ein Kontinuum zu beobachten, das stets eine Vermittlerrolle zwischen den Kulturen einnahm, wobei die Ethik, als Verantwortung für den Anderen und das Andere, den Beitrag aus der Urquelle des Judentums für das Abendland zeigt.
Die Herausforderung der Frage vom Archiv zur Arche liegt nach wie vor in der Notwendigkeit Gott nicht nur im Jenseits, sondern auch in der Geschichte und ihren menschlichen Komponenten zu sehen und in die Erkenntnis des Intellekts nicht nur die reine Vernunft, sondern auch die Erfahrung der Wirklichkeit als Wegweiser zur richtigen Handlung einzubeziehen.
In unseren Vorlesungen wollen wir den Auszug vom Archiv in die Arche verfolgen und Abschied nehmen von der Idee einer Institutionisierten Religion im Aufbruch zu einer Individuellen Religions-Analyse. Eine auf die Verbindung von Leben und Lehre des Einzelnen ausgerichtete Bildung, wo die Frage über die Existenz Gottes nicht bereits archiviert ist, sondern in der Arche, die die Fluten der Zeit überlebt, neu gestellt werden kann.
In vier Vorlesungen wollen wir diesen Fragen als Chiffre der Moderne nachgehen:
I. Die Entzauberung – MACHT
II. Das Dämonische – REALITÄT
III. Der Ritus - ANGST
IV. Die Gabe – ETHIK
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| Franz Rosenzweig - Weltgeschichtliche Bedeutung der Bibel.pdf | 1.48 MB |






