10. Mai 2011 - 18:00

Ort: Gartensaal im Karlsruher Schloss

 

Der mongolische Schriftsteller und Schamane Galsan Tschinag, Oberhaupt der Tuwa in der Westmongolei, wurde im Winter 1943/44 in eine geachtete Nomadenfamilie geboren. Seine Vorfahren waren Ratgeber für die große Sippe und die kasachischen Nachbarn.

 

Nach der Schule begann er in der Hauptstadt Ulan Bator mongolische Literatur zu studieren. Ein Stipendium brachte ihn 1962 nach Leipzig, wo er das Germanistikstudium aufnahm, das er summa cum laude 1968 abschloss. Durch die politische Wende 1990 konnte er endlich seine in deutscher Sprache verfassten Bücher im deutschsprachigen Raum veröffentlichen, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Er wurde mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet und erhielt das Bundesverdienstkreuz am Band.

 

Seit 1992 reist er jedes Jahr nach Europa zu Lesungen, Vorträgen und Kongressen und leitet Seminare. Er ist eine Brücke zwischen West und Ost mit seinem urzeitlichen Schamanen- und Nomadentum gegenüber der westlichen klassischen kulturphilosophischen Aufklärung und seinem technisch-naturwissenschaftlichen Fortschritt.

 

Hinzu kommt die Realisierung einer Vision: er will die Mongolei aufforsten, da die Niederschläge nachlassen und eine Versteppung des Landes droht.  Er lebt in der Umgebung v on Ulan Bator und bei seiner Sippe im Hohen Altai.

%s1 / %s2