24. November 2011 - 18:00
im Lichthof der HfG Karlsruhe

 

 

Die Zukunft gehört den Vegetariern - oder: Warum Vegetarier fortschrittlicher sind

 

Das Interesse in unserem Land am Vegetarismus wird von Tag zu Tag größer. Dazu tragen nicht nur vermehrt Buchpublikationen bei, die uns klar machen, dass wir mit den schwer verdaulichen Fleischstücken auch Folteropfer auf unseren Tellern haben. Auch die sich häufenden Lebensmittelskandale, die ihren Ursprung fast ausschließlich in der Fleischproduktion haben, tragen zu unserer Verunsicherung bei. Schließlich wollen wir in einer immer älter werdenden Gesellschaft, in der jeder Einzelne jung, fit, gesund und gut aussehend bleiben möchte, nichts mehr dem Zufall und auch nicht alles den Ärzten überlassen.

 

Immer mehr mischen sich in die Ernährungsdebatte aber auch ethische, ökologische und wirtschaftspolitische Aspekte, denen wir uns langfristig nicht mehr entziehen können. Wir müssen uns alle allmählich von dem Gedanken verabschieden, dass Ernährung reine Privatsache ist. Unsere auf  einem übermäßigen Fleischkonsum basierende Ernährung  belastet nicht nur den Menschen selbst und damit auch unser ganzes Gesundheitssystem. Es bringt auch unsere Welternährungslage und unsere ökologischen Systeme völlig aus dem Lot. Die durch das Vieh verursachten Treibhausgas-Emissionen sollen größere Klimakiller sein als unsere Auto- und Flugzeugindustrie. Die Massen-Viehaltung bedeutet eine enorme Ressourcen-Vergeudung und macht das Fleisch zu einer der ineffektivsten Nahrungsmitteln überhaupt. Ganz besonders kann aber nicht genug darauf hingewiesen werden, dass die  Tiere im Rahmen der industriellen Massenviehzucht tagtäglich millionenfach auf eine Weise gequält werden, die unser Vorstellungsvermögen übersteigert. 

 

Wenn  nun aber – wie es den Anschein hat – unsere westlichen Essgewohnheiten einen Irrweg bedeuten, so kommen natürlich viele Fragen auf.  Was können, was dürfen wir noch essen, was ist unter einer ausgewogenen Ernährung zu verstehen? Ist Vegetarismus mehr  ein Lebensstil  oder bedeutet er tatsächlich die optimale Ernährungsweise? Beides ist der Fall, wie sich anhand von zahlreichen internationalen  Langzeitstudien herausgestellt hat. Und noch etwas ist den Statistiken zu entnehmen: Je höher Bildung und Verstand sind, desto größer ist die Hemmschwelle, Tiere zu essen.